StadtSchöpfung: Siedlungen der 1920er Jahre in Barmen

29,80 

Lieferzeit: 3–5 Tage

Vorrätig

Kategorie: Schlagwörter: , ,

Beschreibung

»Gliederung der Massen nach Herrschendem und Beherrschtem ist eines der wichtigsten Kunstmittel im Städtebau«, schrieb der Architektur- und Städtebauprofessor Theodor Fischer – im Barmen der 1920er Jahre bezog man dies nicht nur auf die Gliederung der Baumassen, sondern auch auf die der »Menschenmassen«.

Das häufig als unstrukturiert gescholtene Barmer »Häusermeer« erfuhr bewußte Zäsuren durch Hochhausakzente in den neuen Siedlungen. Wie sich die Trennung nach »Herrschendem und Beherrschtem« in der Sozialstruktur der einzelnen Barmer Siedlungen niederschlug, kann an der Wohnungsbaupolitik des Stadtbaurates Heinrich Köhler abgelesen werden: Er unterschied zwischen frei finanzierten Villenkolonien, schlichteren gemeinnützigen oder städtischen Siedlungen und einfachsten »Notsiedlungen« für sozial Schwache und Bedürftige.

In Barmen pflege man in den 1920er Jahre nach wie vor die »Bergische Bauweise«, nur allmählich setzten sich modernere architektonische Auffassungen durch. Dieses Festhalten an konservativen Stilformen und nüchtern-pragmatischen Erwägungen im Siedlungsbau fand in den meisten deutschen Städten statt, auch wenn man heute mit Zwanziger Jahre-Siedlungen hauptsächlich die Architektur wie Bruno Taut, Ernst May und Wilhelm Riphahn verbindet – die übrigens allesamt Schüler von Theodor Fischer waren.

Das Buch »StadtSchöpfung« behandelt die Barmer Siedlungen einerseits in architektur- und städtebaugeschichtlicher Hinsicht (jede Siedlung wird im Katalogteil anschaulich dokumentiert). Darüber hinaus gibt das Buch Einblicke in das kommunalpolitische Kräftespiel Barmens in der jungen Demokratie der Weimarer Republik: Zunächst konnte der seit 1909 amtierende Stadtbaurat Köhler seine umfassenden paternalistischen Planungen noch nahezu uneingeschränkt verwirklichen, er konnte »StadtSchöpfung« betreiben. Erst allmählich wurden sich die Ratsparteien ihrer Einflußmöglichkeiten bewußt, so daß gegen Ende des Jahrzehnts die privaten und gemeinnützigen Siedlungsvorhaben gegenüber den städtischen Bauvorhaben gestärkt wurden.

Durch diese komplexe Betrachtung eines architektur- und städtebaugeschichtlichen Themas wirft die vorliegende Arbeit Schlaglichter auf stadthistorische, kommunalpolitische und wirtschaftsgeschichtliche Zusammenhänge. Sie ist durch die Betrachtung der ewigen Konkurrenz zu Elberfeld, bei der der Siedlungsbau am Vorabend der Städtevereinigung das zentrale Element der Selbstdarstellung war, sowie durch Querverweise zum Siedlungsbau vieler anderer Städte weit über Barmen hinaus von Interesse.

Zusätzliche Information

Größe 30 × 20 cm
Autor/Herausgeber

ISBN

978-3-928766-15-9

Jahr

1995

Seiten

189