polis 03/2020: RESISTANCE

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Kein Widerstand, keine Lösung

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Artikelnummer: 1306-03 Kategorie:

Beschreibung

Es steht außer Frage, dass auch unsere redaktionelle Arbeit durch den Verlauf dieses bislang sehr ungewöhnlichen Jahres maßgeblich beeinflusst wurde. Nach unseren ersten beiden polis-Ausgaben CHANGES und SERENITY setzen wir mit dieser dritten Ausgabe eine deutliche Zäsur: RESISTANCE.

Während des Zweiten Weltkrieges subsummierten sich hierunter die französischen, luxemburgischen und belgischen Widerstandsbewegungen, die sich nicht nur gegen den Nationalsozialismus stellten, sondern auch gegen die mit der deutschen Besatzungsmacht kollaborierenden inländischen Institutionen und Bevölkerungsgruppen. Während sich dieser Widerstand gegen politische Parasiten richtete – deren Auswüchse im Übrigen auch wir als nachfolgende Generationen kontinuierlich unterbinden müssen – versuchen wir aktuell gegen ganz verschiedene schädliche Einflüsse unserer Umwelt resistent zu werden oder zu bleiben.

Sofern wir Stadt als Organismus betrachten, gilt es solche Strukturen zu entwickeln, die entweder so agil und flexibel sind, dass sie sich den stetig wandelnden Lebensbedingungen und -bedürfnissen der Einwohnerinnen und Einwohner anpassen können oder die in sich bereits so „widerstandsfähig“ sind, dass sie sich als zeitlos tauglich erweisen. Inmitten des Pools voller Möglichkeiten, erfährt der Wert der Beständigkeit eine echte Renaissance. Es scheint als sehnten wir uns beinahe nach Halt und Orientierung, die uns in diesen unvorhersehbaren Zeiten versagt bleiben.

Im Stadtbild zeigt sich dies z. B. in Form von architektonisch ansprechenden Gebäuden in Holzbauweise, die in der Riege der puristischen Kuben, genauso wie aufwändig sanierte Altbauten, eine willkommene Zäsur setzen und unseren Städten wieder individuelle Gesichter verleihen. Im Stadtleben besinnen wir uns zurück auf den Wert der echten Kommunikation, auf die Qualität attraktiver öffentlicher Plätze sowie auf die sinnvolle Nutzungsmischung von Wohnen, Arbeiten und Leben. Back to the roots. Sofern es uns künftig dann auch noch gelingt, Digitalisierung nicht mehr als Allheilmittel, sondern lediglich als nützliches Werkzeug zu betrachten, das einige unserer alltäglichen Prozesse erleichtert, sind wir auf einem guten Weg, unser urbanes Leben im positiven Sinne widerstandsfähig zu gestalten.

Zusätzliche Information

Jahr

2020